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Kinderschutz - Führungszeugnis

KINDER UND JUGENDLICHE HABEN EIN RECHT AUF SCHUTZ UND GEWALTFREIE ENTWICKLUNG UND ERZIEHUNG

Kinder können keine Kinder schützen - das tun wir Erwachsene!
Kinder können keine Kinder schützen - das tun wir Erwachsene!
AWO Handlungsleitfaden zum Kinder- und Jugendschutz

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“, so steht es in § 1631 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Mit diesem „Gesetz zur Ächtung von Gewalt“ ist die gewaltfreie Erziehung zum gesellschaftlichen Leitbild erhoben und damit ein hoher Anspruch für das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern formuliert. An ihm misst sich der Umgang mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Wir alle tragen die Verantwortung für das Wohl der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Ziel ist der weitestgehende Schutz der Mädchen und Jungen vor
  • Gewalt, ob körperlicher, psychischer oder sexueller Art;
  • Gewalt fördernder Atmosphäre; 
  • Diskriminierung und Ausgrenzung, ob geschlechtsspezifischer, rassistischer oder behindertenfeindlicher Art.
Die Freiwilligenakademie Ostwestfalen-Lippe und die Kinderlobby OWL (als Initiativen der AWO Ostwestfalen-Lippe e. V.) ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um dieses Kinderrecht zu wahren. Wir treten entschieden dafür ein, Mädchen und Jungen vor Gewalt zu schützen und Zugriff auf Kinder und Jugendliche für gewalttätige Erwachsene so schwer wie möglich zu machen.

Eine klare Position zum Schutz der Mädchen und Jungen, ein Klima von offener Auseinandersetzung mit dem Thema, Transparenz und Sensibilisierung sind ein Gewinn für die Qualität unseres Engagements. Es erlaubt Kindern und Jugendlichen ebenso wie auch den Freiwilligen, sich wohl und sicher zu fühlen.


Freiwilliges Engagement soll sich daher zum Schutz der Mädchen und Jungen an nachstehend formulierten Grundsätzen orientieren:
  • Mit Hilfe des freiwilligen Engagements bieten wir Kindern und Jugendlichen Raum für Gemeinschaft, in der spielendes Entdecken der Umwelt, ganzheitliches Lernen und Handeln sowie Lebensfreude Raum finden. Durch altersgemäße Erziehung unterstützen wir Mädchen und Jungen darin, geschlechtsspezifische Identität, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung zu entwickeln.
  • Unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen geprägt. Wir achten die Persönlichkeit und Würde aller Mädchen und Jungen.
  • Wir entwickeln konkrete Handlungsschritte und klare Positionen, damit in der Kinder- und Jugendarbeit keine Grenzverletzungen und keine Gewalt möglich werden.
  • Wir schützen die uns anvertrauten Mädchen und Jungen vor körperlichem und seelischem Schaden, vor Missbrauch und Gewalt.
  • Wir beziehen gegen sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges verbales oder nonverbales Verhalten aktiv Stellung. Abwertendes Verhalten wird von uns benannt und nicht toleriert.
  • Wir gestalten die Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen transparent in positiver Zuwendung und gehen verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um. Individuelle Grenzen der Mädchen und Jungen werden von uns grundsätzlich respektiert.
  • Wir bemühen uns, jede Form persönlicher Grenzverletzung bewusst wahrzunehmen und besprechen diese Situationen offen. Im Konfliktfall ziehen wir weitere fachliche Unterstützung hinzu und informieren die Verantwortlichen auf der Mitarbeiter/innenebene.
  • Im Konfliktfall zwischen den uns anvertrauten Mädchen und Jungen und ihren Eltern sowie anderen Erwachsenen handeln wir fachlich und angemessen nach dem Prinzip der parteilichen Kinder- und Jugendarbeit. Der Schutz der Mädchen und Jungen steht dabei an erster Stelle.
  • Jede Gewaltausübung gegen Schutzbefohlene ist nach unserem Selbstverständnis eine nicht zu tolerierende Handlung mit entsprechenden disziplinarischen und gegebenenfalls strafrechtlichen Folgen.

Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (30a BZRG) für Freiwillige

Quelle: Landtag NRW - Presse - 2008
Quelle: Landtag NRW - Presse - 2008
Der AWO Handlungsleitfaden dient dem Schutz von Mädchen und Jungen. Er beschreibt die selbst auferlegten Pflichten und Ziele zur Vorbeugung jeglicher Grenzverletzung und/oder Gewalt in der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII.

Der Handlungsleitfaden und die arbeitsfeldbezogenen Verfahrensanweisungen sind für die freiwillig Engagierten unter dem Dach der Freiwilligenakademie Ostwestfalen-Lippe und der Kinderlobby OWL verbindliches Handlungskonzept.

Zur Gewährleistung des Schutzauftrages der uns anvertrauten Mädchen und Jungen wird auch die persönliche Eignung der Freiwilligen durch die Vorlage eines persönlichen erweiterten Führungszeugnisses (§ 30a BZRG) eingefordert.

Verstehen Sie unsere Bitte, dass Sie ein solches Führungszeugnis beantragen und in der Einrichtung, in der Sie sich engagieren, vorlegen müssen, nicht als Misstrauen Ihnen als Person gegenüber, sondern als Notwendigkeit, der Rechtslage nachzukommen. Dies ist auch ein aktiver Beitrag zum Kinderschutz, den Sie damit leisten!

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Gabriele Stillger
Geschäftsführerin
Freiwilligenakademie OWL

http://www.freiwillige-owl.de/pages/de/-vor-lesen-macht-stark-/kinderschutz-fuehrungszeugnis.html