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Informationen zu Demenz

Demenz hat viele Gesichter

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Was ist Demenz? 

"Demenz" ist der Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Denken und Erinnern eingeschränkt sind. Das Wort Demenz stammt aus dem Lateinischen und meint "ohne Geist" (de=ohne; mens=Geist, Verstand). In dieser Bezeichnung kommt allerdings eine negative Grundhaltung gegenüber den betroffenen Menschen zum Ausdruck, die ihnen nicht gerecht wird. Denn Menschen mit Demenz haben durchaus ein Bewusstsein und nehmen ihre Umwelt und das, was mit ihnen geschieht, sehr sensibel wahr.

Schätzungen zufolge lebten im Jahre 2014 ca. 1,2 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Demenzerkrankung unter uns, im Jahre 2050 werden es etwa 2,6 Millionen sein.

Demenzerkrankungen können viele Ursachen haben, wobei die Alzheimerkrankheit die häufigste ist. Rund 70 Prozent aller Demenzen werden durch sie hervorgerufen. Bei dieser Krankheit gehen in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen zu Grunde. Da die unterschiedlichen Hirnareale unterschiedlich rasch zerstört werden, treten die funktionellen Störungen zeitlich versetzt auf. Hierdurch treten große Unterschiede im Krankheitsverlauf von Patient/in zu Patient/in auf. So individuell wie jeder einzelne Mensch ist, so individuell ausgeprägt können sich Demenzsymptome bei ihm zeigen.

Anzeichen für eine mögliche Erkrankung
  • Erste Symptome können Störungen des Gedächtnisses sein. Die Betroffenen sind zerstreut, verlieren Gegenstände in der Wohnung, kaufen mehrmals die gleichen Sachen ein, vergessen Termine; später finden sie nicht mehr die richtigen Worte, die Begriffe werden umschrieben, oder die genaue Beantwortung von Fragen wird durch Plattitüden vermieden.
  • Entscheidungen können nicht mehr gefällt werden, ein Abwägen verschiedener Sachverhalte überfordert die Betroffenen.
  • Die Patient/innen finden sich an öffentlichen ihnen eigentlich bekannten Orten (z.B. am Bahnhof) nicht mehr zurecht.
  • Die Patient/innen verkennen ihnen bekannte Menschen; langjährige Freunde und Verwandte werden zunächst noch erkannt, neuere Bekanntschaften prägen sich nicht mehr ein.
  • Das Gedächtnis für die eigene Person geht stückweise verloren.
  • Konzentration und Aufmerksamkeit lassen nach – eine Beschäftigung (z.B. Zeichnen, Bügeln) wird sofort wieder aufgegeben.
  • Vormals automatisierte Tätigkeiten (z.B. Körperpflege, Rasieren, Essen, Kauen) können nicht mehr ohne Anleitung durchgeführt werden.
Bedeutung von sozialen Kontakten für Menschen mit Demenz

Mit der demenziellen Erkrankung ziehen sich die Betroffenen oftmals zurück und ihre sozialen Kontakte verringern sich. Wenn diese schwinden, können sich die Betroffenen nicht mehr an anderen Menschen orientieren und sich selbst nicht mehr richtig einschätzen. Es fehlen Zuspruch, Lob, Kritik. Es wird schwieriger für die Menschen, sich ihrer selbst bewusst zu sein. Deshalb ist es zum Erhalt der Identität und des Selbstbewusstseins wichtig, die sozialen Kontakte eines Menschen aufrecht zu erhalten oder neue aufzubauen.
 
Der oftmals erforderliche Umzug in ein Heim kann zu einer einschneidenden Verringerung der bestehenden sozialen Kontakte führen.
 
Doch auch im Heimalltag wird darauf Wert gelegt, demenzkranke Menschen Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen und ihnen soziale Kontakte anzubieten. Hauptamtliche Mitarbeiter/innen und insbesondere freiwillig Engagierte schaffen viele Möglichkeiten durch Begegnungen.

Weitere Informationen zu Demenz finden Sie hier.
http://www.freiwillige-owl.de/pages/de/fuer-seniorinnen-senioren/begegnungen-mit-demenz/infos-zu-demenz.html