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Armutsbekämpfung zeigt so gut wie keine Wirkung

Obwohl die Fakten seit 20 Jahren bekannt sind, ist die Zahl der an der Armutsgrenze lebenden Menschen in NRW weiter gestiegen

Das belegt der 5. Armuts- und Reichtumsbericht des Landes NRW, der auf der Grundlage statistischer Auswertungen der Jahre 2018/2019 erstellt worden ist. Bereits seit 1992 ist der Armutsbericht der Landesregierung eine von allen Parteien anerkannte etablierte Berichterstattung, die auf eine bedrohliche Armutsentwicklung hinweist. Das Schwerpunktthema des aktuellen Sozialberichtes ist die Lebenslage Wohnen.

Die Auswertungen ergaben, dass fast jede sechste Person oder 16,6% (2018) der Bevölkerung in NRW von relativer Einkommensarmut betroffen ist. Die Vorjahreszahlen: 16,2 % (2014), 15,8% (2011), 14,7 % (2010) belegen die negative Entwicklung. Im Vergleich dazu lag das Armutsrisiko in Deutschland im Jahr 2018 bei 15,5 %.

Seit 2007 nimmt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG) in Nordrhein-Westfalen die Gelegenheit wahr, Armut aus der Perspektive der betroffenen Menschen darzustellen. Unter dem Titel „Armen eine Stimme geben“ kommen jetzt Betroffene zu Wort, um Benachteiligte als Expert*innen in eigener Sache für sich selbst sprechen zu lassen. Gleichzeitig wird in der Einleitung darauf aufmerksam gemacht, dass Armut nicht nur eine einfache Summe persönlicher Einzelschicksale ist, sondern in erster Linie ein Systemfehler, der Menschen gemacht ist und daher auch nur von Menschen durch gesetzliche und gesellschaftlichen Veränderungen korrigiert werden kann.

Der LAG-Vorstitzende Dr. Frank Joh. Hensel fordert mehr politischen Rückhalt für Schwache und Benachteiligte. Denn die Armutsentwicklung ließe sich ablesen an nicht auskömmlichen Hartz-IV-Sätzen, am großen Niedriglohn-Bereich, den sehr ungleichen Bildungschancen und der sozialen Entmischung in Wohnquartieren.

Einen umfassenden Überblick über die Daten und Fakten erhalten Sie unter Sozialberichte NRW - Aktuelle Berichte

Majdal aus dem Irak hilft bis zu dreimal in der Woche in der Küche des Seniorenzentrums „Wilhelm-Augusta-Stift“. Hier werden alte Menschen versorgt, die aufgrund von Krankheit oder Alter nicht mehr allein leben können. „Die Stadt hilft uns so viel, da will ich etwas zurückgeben. Die Schule ist nur nachmittags, da habe ich vormittags doch Zeit“, sagt Majdal.