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Es gibt noch viel zu tun!!!

Eine Gesellschaft, in der sich die Menschen sicher fühlen und ihre Rechte gewahrt werden -  so stellen wir sie uns in Deutschland vor. Doch zeigt der aktuell von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes herausgegebene Jahresbericht 2021, dass es immer noch einen enormen Unterschied im Umgang mit Menschen gibt, die bestimmte Merkmale tragen.

Die Beratungsanfragen bei der Antidiskriminierungsstelle, mit Bezug zu mindestens einem Merkmal aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), sind in den Jahren 2020 und 2021 stetig gestiegen. Die TOP 3 bilden an dieser Stelle die Meldungen zu den Merkmalen der ethnischen Herkunft (37%), zu Behinderungen (32%) und zum Geschlecht (20%).

Die Zahlen geben aber noch nicht Auskunft darüber, wieviel Diskriminierung tatsächlich stattfindet. Es sind unterschiedliche Faktoren, warum Menschen gehemmt sind, ihre Erlebnisse bei einer Behörde zu melden: kein Wissen darüber, sie fühlen sich nicht sprachfähig und/oder sie haben Angst. Denn, wenn diskriminierende Erfahrungen mit Behörden oder der Justiz gemacht werden, haben vor allem Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Sorge, dass es ihnen für ihren Aufenthalt in Deutschland negativ ausgelegt wird.

Es häufen sich die Fälle, die durch die (Sozialen) Medien sichtbar werden, bei denen gerade Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verbale Diskriminierung bis hin zu körperlicher Gewalt erfahren. Der zuletzt aktuelle Fall des 16-jährigen Mohammed D. aus dem Senegal, der bei einem Einsatz an einer Dortmunder Jugendhilfeeinrichtung von fünf Schüssen aus einem Maschinengewehr von einem Polizisten erschossen wurde, lässt leider wieder Zweifel über die Neutralität der Justiz aufkommen. Kritiker*innen, ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte fragen sich, was passiert wäre, wenn Mohammed weiß gewesen wäre und zum Beispiel Marcel geheißen hätte. Wie wäre die Situation ausgegangen, bei der es von vornherein eine sprachmittelnde Person und eine psychologische Betreuung hätte geben müssen? Gab es rassistische Motive? Und was ist mit den Kinderrechten, mit dem Recht auf Schutz und körperlicher Unversehrtheit?

Der Fall ist erschreckend und lässt viele Fragen aufkommen. Es sind nicht nur Einzelfälle. Es sind Strukturen, die rassistische und diskriminierende Haltungen mittragen und somit aufrechterhalten. Nicht nur bei Behörden und der Justiz, sondern auch in Vereinen, Verbänden, der Politik und vor allem im Bildungsbereich. Es wird keine Besserung eintreten, wenn nicht endlich auf diesen Ebenen dringend mehr dafür getan wird, dass interne Qualitätsstandards entstehen, die absichern, dass Rassismus und Diskriminierung bekämpft wird und nicht toleriert, verdeckt oder verharmlost wird.

Es ist noch viel zu tun und ein langer Weg. Doch für eine Gesellschaft, in der sich ALLE Kinder und ALLE Menschen sicher und in ihren Rechten geschützt fühlen, lohnt es sich gegen Rassismus und Diskriminierung aufzustehen und zu wehren, um eine solidarische Gemeinschaft zu stärken.

R.I.P. Mohammed D.! Wir kämpfen weiter im Namen aller Menschen, die durch Rassismus und Diskriminierung betroffen sind und waren!

Hier geht’s zum Jahresbericht 2021: Antidiskriminierungsstelle - Jahresbericht 2021

Die Engagement-Card Bielefeld ist ein Zeichen des Dankes. Durch die Gewährung von Vergünstigungen wird ein öffentliches Signal der Wertschätzung für diese Tätigkeit geleistet. 
Gemeinsam wird die Engagement-Card getragen von: Gem. Sozial-Aktien-Gesellschaft Bielefeld, Bielefelder Jugendring e.V., Freiwilligenagenturen Bethel und Bielefeld und AWO Freiwilligenakademie OWL. Mehr Informationen gibt es hier.